Der Bahnradsport



Der Bahnradsport

Nach den schon erwähnten Steherrennen, die von Wolfgang Rupprecht 1948 auf der Motorrad-Sandbahn in Vilshofen veranstaltet wurden, bauten Idealisten nach der Idee vom Vorsitzenden Georg Schmid in Niederpöring eine Sandbahn um den Fußballplatz herum. Der Radsportabteilungsleiter des SV Niederpöring, Bezirks-Bahnfachwart Franz Stoiber veranstaltete alljährlich zu Pfingsten (ab 1950) die beliebten Pfingstbahnrennen. Das 1. Int. Radrennen war 1952 als deutsche und österreichische Rennfahrer am Start waren, es gewann der Wiener Olympiateilnehmer Franz Schein. In den Folgejahren wurde die Besetzung immer besser, der spätere Sechstage-Profi Sigi Renz und der Sprinter Hans Hindelang waren die bekanntesten aus dem Teilnehmerkreis. Viele niederbayerische Meisterschaften wurden ausgetragen. Die Bahn litt auch sehr oft unter dem Isar-Hochwasser, z. B. war 1954 das gesamte Sportplatzgelände überschwemmt, die Fahrbahn war wie ein nasser Schwamm und sehr schwer zu befahren.

Eine Sandbahn gab es auch in Rotthalmünster rund um den Fußballplatz. Auch hier fanden niederbayerische Meisterschaften statt. Diese Bahn war aber sehr gefährlich, denn eine Hausmauer und ein Geländer engten sie stark ein, so daß immer wieder schwere Stürze passierten.

Unter der Regie vom damaligen Bezirksvorsitzenden Heinrich Heinen fanden auf der Motorrad-Sandbahn in Plattling (Sieger 1962: Heinrich Heinen jun.) und in Vilshofen (Sieger 1961: Otto Peter) Radrennen auf Straßenrennmaschinen statt.

In ca. 7.500 Arbeitsstunden und geschätzten Entstehungskosten von ca. 900.000,-- DM, wobei nur 100.000,-- DM Zuschüsse kamen, entstand in Niederpöring, wo zuvor die alte Sandbahn war, eine neue Betonbahn mit 333 m Länge und 27 Grad Kurvenüberhöhung, Experten sprachen von einer der schnellsten Betonbahnen Europas (z.B. der ehemalige schweizer Sechstage-Profi Rene Savary). Die unermüdlichen Kämpfer des niederbayerischen Radler­dorfes Niederpöring: Franz Stoiber, Georg Schmid und insbesondere der damalige Vorstand Walter Stöger sowie der Radsportexperte Sepp Stöger (langjähriger Bezirks­rennsportfachwart) ermöglichten es mit den vielen freiwilligen Helfern des Dorfes und der Umgebung, daß die neue Rennbahn 1978 ihrer Bestimmung übergeben werden konnte. Von 1978 - 1998 fanden zu Pfingsten unter der Regie von Sepp Stöger die int. Pfingst-Bahn ­Ländervergleichskämpfe statt.

Mannschaften aus der Schweiz, Polen, Ungarn, Tschechien, Österreich und Bayern waren gern gesehene Gäste. Georg Schmid als sachkundiger Stadionsprecher unterrichtete die zahlreichen Zuschauer über die Lautsprecher vom aktuellen Renngeschehen auf der Bahn. Olympiasieger und Weltmeister waren in Aktion, besonders ist Guido Fulst zu erwähnen, mehrere Bahn­rekorde und Weltbestzeiten stehen auf seinem Konto. Auch die Dernyrennen kamen sehr gut an, in der Publikumsgunst standen die spannenden Läufe hinter den „Knatterbüchsen" ganz vorne. Auch zahlreiche Meisterschaften kamen zur Durchführung: die bayerischen Bahn­meisterschaften wurden 1979/81/84/87/91/95/98 ausgetragen. Höhepunkt war auch die deutsche Meisterschaft für Jugend und Junioren 1982, sowie ein Bahnvergleichskampf der süddeutschen Verbände.

Bahnrennfahrer mit herausragenden Leistungen kamen durch die hervorragende Nachwuchsarbeit von Sepp Stöger z. B. Stephan Schnurrenberger und Karl Fischer. Die ost­bayerischen Bahnmeisterschaften werden alljährlich auf der einzigen Rennbahn Niederbayerns und der Oberpfalz ausgetragen, ebenso die Sommerbahn-meisterschaft als Freitag-Abendrennen.

Ein sorgenvoller Blick in die Zukunft: Hoffentlich finden sich immer wieder solche Idealisten wie Sepp Stöger, damit diese schöne weitum bekannt Rennbahn weiterhin belebt und befahren werden kann.


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